Terminator oder Robo-Butler – Wie Digitalisierung, Automatisierung und KI unsere Lebenswelt prägen werden

Prof. Dominik Bösl ist nicht nur der Vice President und Head of Business von Unit Robotics, sondern auch ehemaliger Annenser. Er führte mit seinem Vortrag „Terminator oder Robo-Butler – Wie Digitalisierung, Automatisierung und KI unsere Lebenswelt prägen werden“ im Rahmen der Academia Annensis, einer Veranstaltungsreihe unserer Societas, am 15.10.2019 die Jahrgangsbesten unserer Schule in die Welt der Robotik ein.


Er wies zunächst darauf hin, dass zwar alle großen Firmen, wie z.B. die Augsburger KUKA versuchen, durch die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen die Zukunft der Robotik vorherzusagen – dies aber nicht möglich sei, da in diesem Gebiet mehr die Entropie als der Determinismus herrsche. Die Röntgenstrahlung, die ehemals als Party-Gag diente, war nur eines der zahlreichen geschichtlichen Beispiele, in denen berühmte Männer und Frauen in Bezug auf die Zukunft der Technik falsch lagen, da disruptive, also bahnbrechende Erfindungen zumeist erst in der Retrospektive als solche erkannt werden können.

Allerdings erklärte Prof. Bösl auch, dass die Technik umso besser planbar sei, je weiter sie in der Zukunft läge. Dabei ging er auf die sogenannten 21 Megatrends ein, die 1982 für das Jahr 2012 ermittelt wurden und größtenteils in solcher Form eingetroffen sind. Hierzu zählen nicht nur der Trend der Vernetzung der Welt oder die fortschreitende Urbanisierung sowie Gentrifizierung, sondern auch die Diversität der Menschen sowie der Klimawandel.

Auch wenn die Robotik in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat und auch aufgrund des demographischen Wandels immer größere Bedeutung erlangt, widersprach Prof. Bösl dennoch Befürchtungen, dass die Robocalypse bevorstünde. Er führte aus, dass Menschen dazu neigen würden, Robotern antropomorphe Züge zuzuschreiben und diese auch den Robotern von den Firmen verliehen würden, damit die Akzeptanz gegenüber der Elektronik im Alltag steige. Dabei hänge die Gefährdung des Menschen durch Künstliche Intelligenz (KI) immer von ihrem Einsatzgebiet ab, das von staatlicher Seite kontrolliert werden müsse.

Als Beispiel zum Anfassen brachte Prof. Bösl die Roboter-Robbe Paro mit, die in Japan in der Altenpflege für Menschen, die nicht mehr mit Tieren agieren können, verwendet wird und bei Streicheleinheiten sich an einen schmiegt und zu schnurren beginnt.

Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema verwies Herr Prof. Bösl auf seine Website www.roboticgovernance.com.

(Tizia Kretzler)