Griechisch

Griechisch

„Immer nur nach dem Nützlichen zu fragen, ziemt sich gar nicht für großzügige und freie Menschen.“

(Aristoteles, Politik VII, 3,2)

 

Das Fach Griechisch gehört schon aus Gründen der humanistischen Tradition unserer Schule zum Gymnasium bei St. Anna.

Weswegen sollen aber auch noch heuzutage Schüler als 3. Fremdsprache Griechisch wählen?

Dafür gibt es viele gute Gründe, vor allem aber einen:

Griechisch gibt wie kaum ein anderes Fach Antworten auf die Frage:

„Was ist der Mensch?“:

  • Was bedeutet es für einen Helden wie Odysseus, so lange heimatlos zu sein? Wie ist es dann, wenn er nach so langer Zeit nach Hause zu seiner Frau Penelope zurückkehrt? Ist er ein treuer Ehemann – trotz Kalypso, Nausikaa und Kirke?
  • Was ist der Held in der Ilias? Spielball der Götter? Auf Ansehen und Ehre aus? Und wir? Haben wir das ganz abgelegt?
  • Der Lyriker Archilochos wirft im Kampf seinen Schild weg und rettet sein Leben. Was ist da passiert? Und was würden die spartanischen Mütter dazu sagen („mit ihm oder auf ihm“)?
  • Elektra verzeiht ihrer Mutter Klytaimestra nicht, dass sie zusammen mit ihrem Liebhaber ihren aus Troja heimkehrenden Mann Agamemnon getötet hat. Darf sie aus Rache nun ihre Mutter umbringen? Diese Frage stellt Sophokles in seiner „Elektra“.
  • Viele Fragen, die die vorsokratischen Naturphilosophen stellten, sind heute noch aktuell:
  • Wie wird aus Chaos Ordnung und aus Ordnung Chaos? Gibt es kleinste Elementarteilchen? Wo liegt der Ursprung der Welt?
  • Antigone widersetzt sich dem Verbot des Königs Kreon, ihren Bruder zu bestatten, da für sie die göttlichen Gesetze über den menschlichen stehen. Darf man den Gesetzen des Staates Widerstand leisten? Muss man es manchmal vielleicht sogar?
  • Der von den Athenern zum Tode verurteilte Sokrates sagt nein. Und flieht deshalb nicht aus dem Gefängnis. Warum denn das? Er lässt sich lieber hinrichten?
  • Nach welchen Werten soll der Mensch streben? Worin besteht das höchste Glück?
  • Als die Mutter von Kleobis und Biton die Göttin um das Beste für ihre Söhne bittet, sterben diese – auf dem Höhepunkt ihres Lebens, nach Sportsiegen und Ehre. Wie kann das das höchste Glück sein?
  • Die Geschichte von Kleobis und Biton liest der Griechischschüler bereits im 1. Jahr des Griechischunterrichts.
  • Jede Griechischstunde bietet uns auch einen Blick auf unser Leben.

Und für diese Chance sollte man sich den Luxus leisten, Griechisch zu lernen.

Des Weiteren bietet das Fach Griechisch folgende Vorteile:

  • Der Unterricht findet in Klein- und Kleinstgruppen statt. Jeder einzelne Schüler erhält somit die Aufmerksamkeit und Ermunterung, die er benötigt. Wir kümmern uns vor allem um unsere Griechischschüler in ganz besonderer Weise.
  • Der Wortschatz im Griechischen ist begrenzt (ca. 1250 Wörter in der Spracherwerbsphase, 8. und 9. Klasse).
  • Schon in der 10. Jahrgangsstufe liest man Werke im Original, die zur Weltliteratur zählen, z.B. Homers Odyssee.
  • Bereits nach drei Jahren Griechischunterricht besteht die Möglichkeit, die Graecumsprüfung abzulegen und somit eine unter Umständen wichtige Studienqualifikation zu erwerben.
  • Man erwirbt die Möglichkeit, die in allen modernen Sprachen fast in identischer Form erscheinenden und sehr häufigen griechischen Fremdwörter zu verstehen (z.B. Biologie, Biographie, Geographie, Politik, Monarchie, Anarchie, Monogamie, Polytheismus usw.).
  • Altgriechisch bietet eine wertvolle Basis für das schnelle Erlernen des Neugriechischen.
  • Griechenland ist eines der schönsten Reiseländer. Neugriechisch ist im Lehrplan vorgesehen und integrativer Bestandteil unseres Lehrwerkes.

Und was die Anforderungen angeht:

Sie entsprechen im Gesamtschwierigkeitsgrad den Anforderungen in den anderen Sprachen.

Griechisch ist nicht schwerer, aber auch nicht leichter.

Es wird nur aus dem Griechischen übersetzt.

Mündliche Schulaufgaben finden nicht statt.

 

Lehrwerk:

Kairos neu 1 und 2, Buchner-Verlag (Klasse 8 und 9)

Der Mensch auf der Suche, Schöningh-Verlag (Klasse 10)

 

Fachschaft Griechisch:

StD Herrmann

OStRin Linder (kommissar. Fachbetreuung)

 

Schüleraustausch mit Thessaloniki

Seit dem Schuljahr 2015/16 wird für die Schüler der 10. Jahrgangsstufe ein „echter“ Schüleraustausch mit dem Lykeio Peiramatiko Geniko in Thessaloniki angeboten.

Unsere griechischen Gäste besuchen uns Ende Februar, die Annenser fahren im April nach Thessaloniki, gehen dort in die Schule und lernen Stadt und Umgebung kennen.

Auf diese neue Erfahrung freuen wir uns schon sehr und unsere Schüler sind schon über ein E-twinning-Projekt in Kontakt mit den griechischen Schülern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechenland trifft Deutschland

Vom 12. bis zum 18. März 2017 wurde das Gymnasium bei St. Anna von zehn Schülern/-innen mit zwei Lehrkräften aus Thessaloniki besucht. Der Griechisch-Kurs der 10. Klassen samt Herrn Herrmann und Frau Linder fieberte der Ankunft der Griechen schon lange entgegen. Am Sonntag um elf Uhr war es dann endlich soweit: Zum ersten Mal sahen wir unsere Austauschpartner/-innen, mit denen wir dann eine ganze Woche verbringen durften. Nach ein paar Stunden in den Familien und kurzem Einleben in Deutschland ging es dann zum Eisessen und Bowlingspielen (der Sieg ging ans Team Deutschland). Am Abend ließen wir uns typisch bayrische Küche im Riegele-Restaurant schmecken, spätestens da merkte man, dass es eine großartige Zeit wird.

Am Montagmorgen begann dann der erste ganze Tag mit unseren Gästen, nach deren Empfinden viel zu früh. Nach einem kurzen Willkommensgruß von Herr Schwertschlager, der Führung durch unsere Schule und Präsentationen über Augsburg und Bayern waren dann aber auch alle wach. Gestärkt durch Brezen, bekamen wir eine Special Herrmann-Führung durch Augsburg – Kirchen, Brunnen und die Fuggerei, nichts wurde ausgelassen. Müde fielen wir abends in unsere Betten.

„München ist wow!“, das war wohl der erste Satz, den wir von unseren Austauschpartnern/-innen zu hören bekamen, nachdem sie den Dienstag dort verbracht hatten. Sightseeing, Glyptothek und Hard Rock Café, also das München hoch drei. Wir Deutschen zogen den schwarzen Peter, für uns hieß es Schule bis 16.10 Uhr. Noch viel müder fielen wir ins Bett.

Am Mittwoch durften die Griechen deutschen Unterricht miterleben. Später standen dann noch Puppekisten-Museum, das Rathaus und natürlich der Goldene Saal auf dem Programm. Auch dieser vierte Tag ging viel zu schnell zu Ende.

Ulm, eine tolle Stadt mit hohen Türmen, schönen Seen und tollen Schwimmbädern! Am Donnerstagmorgen ging es los, erster Halt Blaubeuren mit dem Blautopf, einem wunderschönen blau glänzenden See. Die Sage rund um die schöne Lau, eine Wassernixe des Blautopfs, geschrieben von Eduard Mörike, begeisterte unsere Gäste. Nach einem kleinen Spaziergang fuhr uns der Bus direkt nach Ulm. Beim Anblick des Ulmer Münsters schauderte es tatsächlich einigen, dennoch stiegen wir alle 768 Stufen des 161,53 Meter hohen Turms hoch, trotz Höhenangst. Den höchsten Kirchturm der Welt sieht man ja nicht jeden Tag! Nachdem wir Ulm dann ein bisschen unsicher gemacht hatten, hieß es: Schwimmbad. Das Donau- Bad hat von Rutschen bis hin zu Wellness alles zu bieten. Und dank unseres lieben Sportlehrers Herrn Brenner, der uns begleitete, durften wir auch alle ins Wasser. Um 19 Uhr kamen wir wieder am „Anna“ an, wir fielen müde und jetzt auch wirklich schon fast traurig wegen des baldigen Abschieds ins Bett.

Am Freitag hieß es dann nochmals Schule, immerhin eine Doppelstunde Sport! Und dann war er auch schon da, der letzte Abend. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, eine kleine Abschiedsparty zu feiern. Mit Pizza, unfassbar toller Stimmung, kleinen Spielen und sehr viel Gelächter hatten wir alle einen wunderbaren Abend.

Den letzten Tag verbrachten wir in den Familien, bis es dann auch schon hieß: Koffer packen … Um 16:30 Uhr versammelten wir uns ein letztes Mal am „Anna“, so wirklich Tschüss sagen wollte wohl keiner. Zu schön war die Woche und viel zu tolle Leute durften wir kennenlernen. Tränenreich, aber schon mit der Vorfreude auf das Wiedersehen verabschiedeten wir uns.

Griechenland trifft Deutschland – ein Experiment, das geklappt hat. Erstaunlich ist, wie Menschen mit komplett verschiedenem Temperament und unterschiedlicher Kultur erstmals aufeinander treffen und so viel Spaß miteinander haben. Hoffentlich profitieren noch viele Schüler/-innen von dieser Erfahrung!

Ein großer DANK geht unsererseits an Frau Linder und Hern Herrmann: für die Organisation und natürlich für die Geduld und das Verständnis, wenn mal nicht alles so lief, wie es eigentlich sein sollte.

(Jolina Cestonaro, 10 a)

 

Griechenlandfahrt 21.03.2015 – 27.03.2015 Klasse 10a

Am 21.03.2015 flogen die Griechischschüler der Klasse 10a mit den Lehrern des Griechischkollegiums, Hrn. Herrmann und Fr. Linder, in Richtung Thessaloniki ab.

Nach der Ankunft am Flughafen und einem kleinen Spaziergang durch die Stadt (mit den Koffern!) bezogen wir unsere Zimmer in der Pension Studios Arabas (in der malerischen Altstadt Thessalonikis gelegen und dementsprechend mühsam zu erreichen) und machten uns an hübschen byzantinischen Kirchen vorbei auf den Weg zu einem Aussichtspunkt über der Stadt, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnten. Abends trafen wir einen Teil der griechischen Schüler, mit denen wir zuvor schon in Kontakt getreten waren, um gemeinsam Abendessen zu gehen und bekamen Einblick in das abendliche Leben einer jungen, lebendigen Stadt.

Schon am nächsten Tag hatten wir bei einem Tagesausflug auf die Halbinsel Chalkidiki nach Anytos sehr viel Spaß am Strand und genossen die herrliche, unverbaute Küstenlandschaft.

Während mehrerer Spaziergänge (mit und ohne griechische Schüler) vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Thessalonikis (Agora, Panagia Chalkeon, Agios Dimitrios, Weißer Turm, Galeriusbogen) lernten wir die gesamte Stadt sehr gut kennen.

Dazu diente auch eine Sightseeingtour mit dem Bus und eine Rallye, bei der verschiedene Aufgaben gelöst werden mussten (mit Videobeweis) und es viele schöne Preise gab (Kinderbücher auf Neugriechisch, Süßigkeiten usw.).

Wir besichtigten den beeindruckenden, orientalisch wirkenden Markt von Thessaloniki

und besuchten unsere Partnerschule, das Lykeio Peiramatiko Geniko, wo wir sehr herzlich begrüßt wurden und ein Theaterstück, das anlässlich des griechischen Nationalfeiertages (Befreiung vom Osmanischen Reich) von Schülern des Gymnasiums aufgeführt wurde, besuchten.

Danach stellten wir in verschiedenen Präsentationen unseren Partnern jeweils unsere Städte und Regionen mit ihren Besonderheiten vor (die griechischen Schüler auf Deutsch, wir auf Englisch und Deutsch). Eine Parade in der Innenstadt besichtigten wir ebenfalls, leider bei strömendem Regen.

Aufgrund des schlechten Wetters mussten wir unser weiteres Programm ändern und besuchten am Mittwoch „The Mindtrap“, ein Spiel, bei welchem man durch Rätsellösen versuchen muss, Zahlenschlosskombinationen herauszufinden, um aus einem verschlossenen Raum zu entkommen.

Am letzten Tag erwartete uns ein Highlight: Sehr früh fuhren wir zu den Meteoraklöstern, wo wir, trotz starken Nebels, ein unglaubliches Panorama genießen konnten.

Die herrlichen Abende in den griechischen Tavernen stellten natürlich fast jeden Abend ein Highlight dar.

Nach, wenn überhaupt, sehr wenig Schlaf flogen wir Freitagmorgen zurück nach Deutschland und waren bis 12.00 Uhr alle wieder an der Schule.

Herzlichen Dank an die Societas Annensis für die finanzielle Unterstützung sowie an Herrn Herrmann und Frau Linder für die Begleitung und Organisation unserer Thessaloniki-Fahrt!

Camilla Schneider

Annette Linder