„Alle Jahre wieder …“: Weihnachtskonzert in der St. Anna-Kirche am 12. Dezember 2019

„Alle Jahre wieder“ veranstaltet das Gymnasium bei St. Anna sein Weihnachtskonzert in der St. Anna-Kirche. Und doch war es bei allem Wiederkehrenden das erste Konzert ‚nach‘ Frau Ballinger-Amtmann, getragen von den Musiklehrkräften Herrn Förstl, Frau Werner, Frau Dünzl und Herrn Ding.


Nach der Eröffnung durch das Bläserensemble mit „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Präetorius wurde das Publikum von Sophie (Q12) dazu aufgerufen, mutig zu sein, mutig genug, um Andersdenkende anzusprechen und Engagement zu zeigen, trotz der teils düsteren und schockierenden Nachrichten, auch aus Augsburg. Nach diesem Appell war es Zeit, Weihnachtsstimmung in die Kirche zu bringen, was dem Unterstufenchor mit den Liedern „That’s Christmas to me“, „Cantate Canon“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ erfolgreich gelang. Auch das Vororchester vermochte mit den Klassikern „O du fröhliche“ und „Es ist ein Ros entsprungen“ sowie der Titelmelodie aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda diese Stimmung zu vertiefen. Und um den Weihnachtsgedanken in der Kirche weiter zu verbreiten, wurde die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium von Frau Reger vorgetragen.

Auch einige Solistinnen und Solisten des Kammerorchesters trugen zur Gestaltung des musikalischen Abends bei. Carla und Fabio (Fagott), Lena, Vinzenz und Marie-Catherine (Violine) sowie Raphaela (Violoncello) und Laura (Altsaxophon) zeigten unter Begleitung von Benedikt an der Orgel, dass es keines großen Orchesters bedarf, um das Publikum mit schöner Musik zu erfreuen. Und nach der besinnlichen Auslegung zum Titelbild „Krippe und Kreuz“ durch Herrn Mayr belegten Lina, Chiara und Simal mit ihrem Lied „Mary, did you know?“ eindrucksvoll, dass auch mit der Stimme Großes vollbracht werden kann.

Sehr interessant referierte dann Herr Weis über den ‚krippalen Infekt‘, von dem wir uns in dieser so hektischen Zeit alle anstecken lassen sollten, damit wir die Welt ein wenig verändern oder gar verbessern. Die Infektion an der Weihnachts-Krippe sei auch mit einer echten Krankheit vergleichbar. So stelle das Fieber, das in diesem Fall nicht bekämpft werden darf, die Fantasie dar. Ohne diese Vorstellungen wäre es nicht möglich, neue Ideen in die Welt zur bringen. Ein weiteres Symptom dieser ‚Krippe‘ sei die Schwäche, die sie mit sich bringe und sich möglicher Weise zur Menschlichkeit entwickle, dem Verlangen, anderen zu helfen – oder, wo nötig, zu widersprechen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch durch den ‚krippalen Infekt‘ eine gewisse Courage entsteht – und damit die Chance einer besseren Welt.

Alle Chöre zusammen (Unter-, Mittel- und Oberstufenchor) gaben im Anschluss „Christmas Lullaby“ von John Rutter schwungvoll zum Besten. Der Mittel- und Oberstufenchor beschenkte das Publikum mit „Joy to the World“ und „Ihr Kinderlein kommet“, wobei Finnja (Sopran), Chiara (Alt), Max (Tenor) und Benedikt (Bass) den solistischen Part übernahmen.

Alle Jahre wieder durfte dann das Orchester zum Abschluss musizieren. Von ruhigen, besinnlichen Stücken wie „Schwedischer Tanz Nr. 6“ (Max Bruch) bis hin zu fanfarenartigen Kompositionen wie „A Holst Christmas“ wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer gegen Ende des Abends mit anspruchsvoller Musik unterhalten. Auch Weihnachtliches spielte das Orchester, so gab Klara (Violine) mit „Russian Christmas Music“ ein Solo zum Besten. Als Finale und als Zugabe spielte das Orchester die sogenannte „Farandole“ von Georges Bizet.

Zum Abschluss brachte unser Schulleiter Herr Schwertschlager den Gedanken von Weihnachten nochmals zur Sprache. Trotz der politischen Turbulenzen, vieler schockierender Nachrichten aus dem In- und Ausland und dem andauernden Konsum sei die Botschaft dieses Fests „Frieden“ und „Bescheidenheit“. Dafür steht auch das Weihnachtskonzert des Gymnasiums bei St. Anna. Inmitten des Trubels stellt es eine Oase des Friedens und des Innehaltens dar, wie Herr Schwertschlager betonte. Dass es das letzte Weihnachtskonzert unter seiner Schulleitung ist, bescherte ihm seitens des Publikums standing ovations.

Vielen Dank an alle Beteiligten und Mitwirkenden, namentlich die Musiklehrkräfte und unseren Gastgeber, die St. Anna-Kirche.

(Maximilian Haas, Q12)