Jazz-Abend 2018 – Revival 1967

Der diesjährige (31.!) Jazz-Abend – ein Markenzeichen unserer Schule – stand unter dem Motto ‚50 Jahre Gymnasium bei St. Anna an der Schertlinstraße‘: Die Hommage an das (Umzugs-)Jahr 1967 erinnerte an den damals vollzogenen Ortswechsel von der Stadtmitte, namentlich dem baufälligen Hollbau im Annahof, an den seinerzeit als ‚wilder Westen‘ verschrienen Stadtrand nach Göggingen. Mit solchem Insiderwissen wartete der Ehrengast und Hauptredner des Abends, Prof. Dr. Hans-E. Schurk, in seinem Vortrag auf: Der jetzige Vorstandsvorsitzende unserer Alumnivereinigung Societas Annensis ließ sein erstes Schuljahr am Standort Schertlinstraße Revue passieren:Das ‚neue Anna‘ bot seinen Schülern (und Schülerinnen!) zwar mehr Platz, modernsten ‚programmierten‘ Unterricht und sogar eine Sternwarte, entfernte die Jugendlichen aber gefühlt auch‚Lichtjahre‘ weit vom damaligen ‚sozialen Netzwerk‘ Königsplatz. Dennoch wurde der Neubau den Erinnerungen Herrn Schurks zufolge rasch zum Wohlfühlort, dessen einmalige Atmosphäre der ehemalige Annenser, mit Seitenblicken auf den regionalen und kulturellen Kontext, für die zahlreich erschienenen Gäste des Jazz-Abends wieder aufleben ließ.

Dessen Klänge entführten das Publikum rund um den Vortrag in die 1960er Jahre: Die Jazz Babies unter Leitung von Hal Bauerfeind fingen den Zeitgeist mit Titeln wie „Tequila“, „Baby Elephant Walk“ oder „St. Thomas“ musikalisch gekonnt ein. Dabei profitierte das Ensemble einerseits gehörig von dem beim vorangegangenen alljährlichen Probenwochenende in Bliensbach erweiterten Repertoire, andererseits von so professionellen Jazz-Musikern wie Jan Kiesewetter und Tilman Herpichböhm, die am fortgeschrittenen Abend dazu stießen. Im Vorfeld kam der Nachwuchs der Jazz Babies, wie Anna C. (5 g, Querflöte), Laura S. (6 a, Gitarre) oder David H. (8 p, Trompete), ebenso zum Zug wie die Solisten Maximilian B.   (Q 12, Saxophon), Maximilian H. (Q 12, Trompete) und Tim G. (9 pM , Klavier) oder die Sängerinnen Sophie B. (Abitur 2017), Jessica S. und Sabeetha K. (Abitur jeweils 2016): Sie alle beeindruckten das Publikum immer wieder aufs Neue und erhielten entsprechend viel Applaus.

Zur ohnehin entspannten Stimmung beim Jazz-Abend trugen diesmal auch Schüler/-innen der Klasse 10 b bei, die unter Regie von Herrn Janke eine unterhaltsame szenische Lesung aus Akten des Schularchivs vorbereitet hatten. Sie nahm so brisante Themen wie das alarmierende Baumsterben oder unbefugte nächtliche Treiben auf dem Schulgelände aufs Korn und ließ sich dabei von Stilblüten aus dem Behörden-Briefwechsel der damaligen Schulleitung inspirieren, was das Publikum mit reichlich Humor quittierte.

 

Dass das Motto-Jahr des Abends, 1967, nicht nur als Umzugsjahr des ‚Anna‘ in die Annalen einging, sondern sehr geschichtsträchtig und kulturell vielseitig war, zeigt eine Foto-Ausstellung im Schulhaus, die am Jazz-Abend von Herrn Raczkowsky eröffnet wurde und Schlaglichter auf die damalige Zeit wirft, sei es in den Sparten Musik, Film, Mode, Lifestyle, Sport, Literatur oder Politik. Wie zukunftsträchtig das Jahr 1967 letztlich gewesen ist, ließ die Zeitreise am Jazz-Abend ermessen. Wie erfolgreich unsere Jazz Babies mit Hal Bauerfeind inzwischen sind, zeigt ihre Qualifikation für das schwäbische Musikfest der Gymnasien in Bayern, das am 6. März in Marktoberdorf über die Bühne gehen wird – viel Erfolg!

Allen am gelungenen Jazz-Abend Beteiligten und namentlich Herrn Spitz für die engagierte Gesamtorganisation gilt großer Dank!

(Dr. Sandra Schwarz)