Im November durften wir die Druckerei Joh. Walch in Haunstetten besuchen, wo unsere „indiskret“ vom PDF-Dokument zum fertigen Heft wird. In einem Interview erzählen Jonathan, Julius (beide 7b) und Vincent (6d) von ihren Eindrücken.
Frau Schreiber: Hallo ihr drei, schön, dass ihr da seid. Was ist denn euer erster spontaner Gedanke, wenn ihr an die Führung gestern zurückdenkt?
Jonathan: Die Führung war sehr schön. Wir haben viel erleben dürfen. Wir haben die Druckerei angeschaut und wir durften auch was mitnehmen nach Hause, z.B. ein paar Fehldrucke. Und der Mann, der uns herumgeführt hat, war auch sehr nett.
Vincent: Mir fällt ein, dass wir erfahren haben, wie ein Druck überhaupt abläuft und dass es ganz viele verschiedene Berufe in einer Druckerei gibt und auch ganz viele verschiedene Schritte und Verfahren im Druckprozess.
Julius: Ich denke an diese riesige Druckhalle mit sehr vielen Stationen, an denen gedruckt wurde, an die Blätter mit riesigen Farbtürmen, die ganz viel Farbe hatten. Ich fand es auch irgendwie lustig, dass [an der großen Druckmaschine] die Blätter in der Mitte umgedreht und dann von beiden Seiten bedruckt wurden.
Frau Schreiber: War irgendwas ganz anders, als ihr euch das vorgestellt habt?
Julius: Also davor hab‘ ich gedacht, dass sie in der Druckerei einfach Papier wie bei uns zu Hause durch den Drucker durchschieben. Aber in der Druckerei haben sie das ganz anders gemacht: mit Metallplatten, die sie erst gelasert und dann in die Drucker geschoben haben und diese dann erst das Papier bedruckt haben. Es war recht analog.
Frau Schreiber: Digitaldruck gibt es auch, das funktioniert dann so ähnlich wie der Drucker zu Hause. Aber was wir gesehen haben, ist die Technik für hohe Auflagen, z.B. für Bücher und Zeitschriften.
Jonathan: Mich hat das mit den Farben sehr überrascht. Ich dachte, da gibt es ganz, ganz viele verschiedene Farben. Aber es gibt tatsächlich nur vier. Ich glaube, das waren Magenta, Blau, Rot. Und ich glaube noch Schwarz und Gelb.
Frau Schreiber: Wer ganz genau aufgepasst hat, erinnert sich vielleicht noch, dass Blau und Rot andere Namen haben.
Julius: Cyan/Blau, Magenta/Rot und Schwarz und Gelb.
Vincent: Also mich hat überrascht, dass es so viele Arbeitsschritte gab und auch so viele verschiedene Berufe, also zum Beispiel der erste, der gestaltet, ist der Mediendesigner. Dann wird gedruckt …
Frau Schreiber: Hat sich eure eure Sicht auf Druckprodukte oder auf unsere Schülerzeitung irgendwie verändert?
Jonathan: Ja, auf jeden Fall. Ich dachte früher, das geht eigentlich ziemlich einfach, dass es wirklich so gesprüht wird, teilweise mit Schablonen oder wie daheim und … dann schon irgendwie einfach gedruckt wird. Aber das ist ja in Wirklichkeit so, dass das Papier durch diese vielen Rollen läuft, dass es dann durch diese vielen Maschinen muss. Und dann gibt es ja auch noch diese verschiedenen „Zusammenbringmöglichkeiten“ von den Seiten! Einmal gab’s das einfache Tackern – ich glaube, das haben wir bei unserer Schülerzeitung. Und dann noch gibt es Kleber.
Frau Schreiber: Das macht man beim Jahresbericht.
Jonathan: Genau, das ist für dickere Bücher.
Frau Schreiber: Wie hat sich eure Sicht verändert, Julius und Vincent?
Vincent: Also das ist halt nicht wenig, sondern viel Aufwand, bis das fertige Buch oder die fertige Zeitschrift rauskommt. Und dass es nicht nur ein Druckverfahren, sondern mehrere gibt.
Julius: Also ich werde jetzt nie wieder Papier mit den gleichen Augen sehen, weil jetzt weiß man, dass es total viel Arbeit ist, sowas zu machen. Und dass auch die Schülerzeitung ganz viel Arbeit ist – beim Drucken und nicht nur beim Machen [in der Schule].
Frau Schreiber: Gibt es was, was ihr zum Ende des Interviews noch gerne loswerden möchtet, wonach ich jetzt nicht gefragt habe?
Vincent: Dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir einfach Bücher lesen können, sondern dass die erstmal gedruckt werden müssen.
Jonathan: Ich habe mitgenommen, dass Drucken wirklich sehr, sehr viel Arbeit ist und, wie Vincent auch schon gesagt hat, dass es so viele Schritte gibt und dass man, wie man bei den Reisemagazinen gesehen hat, an den Bildern so viel verändern kann. Dass dort z.B. ein Strand normalerweise voll ist, ein bisschen Müll, liegt rum und so, – und dass man das dann auf dem Foto menschenleer machen kann, kein Müll, blaues Wasser, das ist wirklich Wahnsinn.
Julius: Ja, auch zu diesen Mediengestaltern, die genau das machen, was Jonathan gerade schon erklärt hat … Das fand ich auch ein bisschen schockierend, dass sie eigentlich alles mit den Bildern machen können. Sie können z.B. eine Wiese erweitern, wenn da eigentlich ein Haus wär, dass der Mediengestalter da quasi einfach noch einen Baum hinsetzt … das hat mich schon ein bisschen schockiert.
Frau Schreiber: Herzlichen Dank.
