{"id":4680,"date":"2019-02-01T14:28:06","date_gmt":"2019-02-01T13:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/?p=4680"},"modified":"2019-02-04T07:55:44","modified_gmt":"2019-02-04T06:55:44","slug":"vernissage-holzbildhauerei-p-seminar-kunst-201618","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/?p=4680","title":{"rendered":"Vernissage \u201aHolzbildhauerei\u2018 (P-Seminar Kunst 2016\/18)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-4689 alignleft\" src=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-150x150.jpg 150w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-1140x1140.jpg 1140w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-570x570.jpg 570w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-380x380.jpg 380w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sevgi-A.-285x285.jpg 285w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Die Vernissage am 24. Januar 2018 im Treppenhaus des E-Baus begann mit zwei St\u00fccken am Klavier, Chopin und Prokovjew, meisterhaft vorgetragen. Und damit war das Motto des Abends schon vorgegeben, schwungvoll beseelt und \u00fcbersch\u00e4umend expressiv, in ganz eigenem Stil. Herr Fiener vermittelte uns dann etwas vom Geist der drei Semester, in denen sich Sch\u00fcler und Lehrer gemeinsam dem massiv gewachsenen Holz aussetzten. Am Anfang standen die angelieferten gro\u00dfen Baumst\u00e4mme, Pappeln. Erst einmal hie\u00df es: Ann\u00e4herung an die wuchtigen, unhebbar schweren St\u00e4mme, Entfernung der Rinde, erste Erfahrungen mit dem Werkzeug, der Versuch, ins Material zu gehen. Es entstehen auch schon erste filigranere Details, aber alles noch Finger\u00fcbungen, die dann bei der weiteren Zerteilung der St\u00e4mme mit der Kettens\u00e4ge wieder verschwinden.<\/p>\n<p>Jetzt steht jeder vor seinem eigenen Trumm Holz. Wie soll es weitergehen? Der Lehrer zeigt es nicht. Das Motto des Seminars: Macht selbst! <span style=\"background-color: #99cc00;\"><!--more--><\/span><a href=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-4692 alignleft\" src=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-150x150.jpg 150w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-1140x1140.jpg 1140w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-570x570.jpg 570w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-380x380.jpg 380w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Vernissage-3-285x285.jpg 285w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Das rohe Holz vor sich, manche Idee in sich, die Werkzeuge griffbereit, keine Erfahrung. Also, was bleibt auch anderes \u00fcbrig, es wird losgelegt, Woche f\u00fcr Woche, Doppelstunde f\u00fcr Doppelstunde, erst z\u00f6gerlich, was machen die Anderen, Hoffnung auf Inspiration oder wenigstens Tipps. Dann erste Teilerfolge, Entwicklung eigener F\u00e4higkeiten, immer besseres Gef\u00fchl f\u00fcr Werkzeug und Material. Und ehe man sichs versieht, ist man schon im k\u00fcnstlerischen Prozess. M\u00fchen, Probleme, Durchh\u00e4nger, Durchbr\u00fcche, Zwischenerfolge, ein Ziel vor Augen, der Endtermin r\u00fcckt n\u00e4her.<\/p>\n<p>Am Ende dann, tats\u00e4chlich: Jede und jeder hat ein Werk geschaffen, sein Werk. Die riesigen Bl\u00f6cke sind transformiert. Aus dem nat\u00fcrlichen Rohstoff ist Kunst geworden. Jeder Einzelne hat es f\u00fcr sich bew\u00e4ltigt, mit mehr oder weniger Hilfestellung. Aber zweifelsfrei, es ist eine eigene Leistung entstanden, von beeindruckender Gr\u00f6\u00dfe und Form, in der Gemeinschaft des Seminars. Die Werke sind nicht nur bestens vorzeigbar, nein, sie begeistern die Sch\u00f6pfer und sie beeindrucken die Betrachter, Schulleiter, Lehrer, Eltern, Geschwister. Auch der Vertreter der Ehemaligenvereinigung sieht, dass hier etwas entstanden ist, was auch er gern einmal zu Schulzeiten h\u00e4tte schaffen wollen, wenn er damals auch nur geahnt h\u00e4tte, dass doch auch er die Holzbildhauerei draufgehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Und so steht heute, am 24. Januar 2019, der Berichterstatter vor einem atemberaubend gut gelungenen L\u00f6wenkopf, einem monstr\u00f6sen Kerl. Und daneben die Sch\u00f6pferin, die ihn nie und nimmer auch nur einen Millimeter weit aus eigener Kraft bewegen k\u00f6nnte, aber diesen vor Kraft strotzenden L\u00f6wen ganz wunderbar in Form gebracht, allerbestens proportioniert, Erhabenheit und Bewegung in ihn gelegt hat. Und einfach beeindruckend sind rdie vielen gelungenen Details, wie etwa der Auswuchs im Holz, der die wulstige Stirn bildet. Was soll da ein Profi eigentlich noch besser machen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-4691 alignleft\" src=\"http:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-150x150.jpg 150w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-1140x1140.jpg 1140w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-570x570.jpg 570w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-380x380.jpg 380w, https:\/\/gym-anna.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Fiona-K.-285x285.jpg 285w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Der Berichterstatter nimmt die Treppe hinauf, vorbei an einem grimmig blickenden W\u00e4chter, grobschl\u00e4chtig und aus einem Guss hingehauen wie aus der S\u00fcdsee. Und schon steht er vor einer monstr\u00f6sen Hand mit erhobenem Zeigefinger und knallrot lackierten Fingern\u00e4geln, deren Sch\u00f6pfer ihm durchaus stolz von der Genese seines Werks erz\u00e4hlt; ger\u00e4t dann auch gleich schon in den Bann eines springenden Pferdes, dessen Sch\u00f6pferin zwar um Nachsicht f\u00fcr die roh gebliebenen Hinterbeine bittet, auf denen das sich aufb\u00e4umende Pferd steht, aber ebenso wie der Betrachter sieht, dass auch dieser \u00dcbergang des roh belassenen Sockels in den filigran ausgearbeiteten oberen Teil den Reiz des Werks durchaus noch erh\u00f6ht. Weiter vorbei an einem Totensch\u00e4del mit Totenkopfnachtfalter, einer Arbeit, die ein ganz eigenes Kapitel verdient h\u00e4tte, \u00a0da folgt schon die fr\u00f6hlich winkende Null ohne Ohren und schlie\u00dflich auf der Empore zur Trias aus Denkerin, Faktotum und\u00a0 Ritter aus dem Weltall.<\/p>\n<p>Und dann zur\u00fcck, da war ja auch noch der gr\u00fcn\u00e4ugige Hasenhund, der nicht wei\u00df, ob er artig M\u00e4nnchen machen will oder den Betrachter im n\u00e4chsten Moment anspringt, der Denker von der l\u00e4cherlichen Gestalt, Messer und Gabel, herausgearbeitet aus einer gro\u00dfen Stammverzweigung, weitere Objekte von zun\u00e4chst verbl\u00fcffender Vielfalt, die sich bei n\u00e4herer Betrachtung mehr und mehr erschlie\u00dfen und \u00f6ffnen zu h\u00f6chst individuellen Gestaltungen. Abgerundet wurde die Vernissage durch einen bebilderten Werkstattbericht, der jeweils Momente und Zwischenschritte vom Baumstamm zum Werk festhielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Ende der Veranstaltung beschwingt nach Hause mit angeregten Gedanken:<\/p>\n<p>-Jeder Mensch hat das Zeug zum K\u00fcnstler in sich? Ja, offensichtlich!<\/p>\n<p>-Kunst ist nicht nur das vom Betrachter in Augenschein genommene Endprodukt, sondern ein Sch\u00f6pfungsprozess, in den im Idealfall auch der Betrachter einbezogen wird.<\/p>\n<p>-Hatte wom\u00f6glich Rainer Maria Rilke mit seinem Gedicht vom Sanftesten Gesetz auch das P-Seminar Holzbildhauerei des Gymnasiums bei St. Anna im Blick auf dessen Weg zum Abitur:<\/p>\n<p>\u201eWir lieben Dich, Du hartes, schweres Holz<\/p>\n<p>an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Thomas Kemmerling, stellvertretender Vorsitzender der Societas Annensis, die, wie die Schulleitung dankend hinzuf\u00fcgt, Sponsor des P-Seminars war)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vernissage am 24. Januar 2018 im Treppenhaus des E-Baus begann mit zwei St\u00fccken am Klavier, Chopin und Prokovjew, meisterhaft vorgetragen. 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