Im September 2024 haben wir uns auf ein Projekt eingelassen, das uns sowohl körperlich als auch organisatorisch einiges abverlangt hat – aber gleichzeitig auch unglaublich viele Erfahrungen, Erlebnisse und Gemeinschaft mit sich gebracht hat: die Bayerwald-Cross-Tour. Sieben Tage lang waren wir mit dem Mountainbike unterwegs – durch Berge, Wälder, kleine Dörfer und entlang der Grenze zu Tschechien. Doch bevor wir losfahren konnten, steckte jede Menge Arbeit hinter dem Ganzen.
Die Vorbereitung – Sponsoren, Planung, Training
Bevor überhaupt ein Reifen den Boden des Bayerischen Waldes berührte, haben wir zuerst lange geplant. Und ein großer Teil davon war die Suche nach Sponsoren. Wir haben viele Unternehmen angeschrieben – nicht alle haben geantwortet, und es war auch nicht immer einfach, Unterstützung zu bekommen. Aber mit viel Einsatz und Geduld hat es am Ende doch gut funktioniert.
Zum Beispiel Von der Raiffeisenbank haben wir eine Geldspende bekommen, was für die Deckung der Kosten sehr hilfreich war. Schöffel hat uns mit Regenkleidung ausgestattet, was auf der Tour ziemlich nützlich wurde. Deuter hat uns mit großem Rabatt Rucksäcke zur Verfügung gestellt und uns sogar durch ihr eigenes kleines Museum geführt, was echt interessant war. Außerdem haben wir T-Shirts von der Transalpinschule Augsburg bekommen, Wasserflaschen und Fahrradhandschuhe von der Fahrradzentrale Augsburg. Es gab noch viele weitere kleine und große Unterstützungen, die uns insgesamt eine richtig gute Grundausstattung verschafft haben.
Wir haben auch ein eigenes T-Shirt gestaltet – vorne mit unserem Tour-Logo und den Logos unserer Sponsoren, hinten mit den Namen aller, die dabei waren. Das war nicht nur ein schönes Andenken, sondern auch ein Dankeschön an unsere Unterstützer.
Trainingsfahrten und Teamstruktur
Neben der organisatorischen Planung haben wir natürlich auch körperlich trainiert. Wir waren zum Beispiel regelmäßig beim Spinning beim TVA, haben Testfahrten in den westlichen Wäldern rund um Augsburg gemacht und unsere Ausdauer nach und nach aufgebaut.
Ein echtes Highlight in der Vorbereitung war eine Alpen-Testtour, bei der wir rund 45 Kilometer und 1400 Höhenmeter zurückgelegt haben. Das war anstrengend – aber auch genau das, was wir gebraucht haben, um zu verstehen, wie hart die echte Tour werden würde.
Um die Arbeit gut aufzuteilen, haben wir uns in verschiedene Teams aufgeteilt:
- Das Doku-Team war für Social Media und die Dokumentation der Tour zuständig.
- Das Werkstatt-Team hat sich um technische Probleme gekümmert – z. B. bei Defekten an den Fahrrädern.
- Das Routen-Team hat die ursprüngliche Bayerwald-Cross-Strecke angepasst, damit sie zu unseren gebuchten Unterkünften passt.
- Ein Vorbereitungsteam hat Packlisten erstellt, uns auf alpine Gefahren vorbereitet und sich mit Erste-Hilfe beschäftigt.
- Das Trainingsteam hat sich um sportliche Vorbereitung und Trainingskoordination gekümmert.
- Ein eigenes Team hat sich um die Buchung der Unterkünfte gekümmert – was bei 16 Leuten und möglichst geringen Budget gar nicht so einfach war.
Tourstart in Passau – Etappe für Etappe durch den Bayerischen Wald
Am 1. Juli war es dann so weit. Wir starteten in Passau in die erste Etappe. Der erste Tag war relativ entspannt – ideal, um reinzukommen. Danach wurde es aber Tag für Tag herausfordernder. Insgesamt sind wir im Schnitt etwa 50 Kilometer pro Tag gefahren – mit etwa 1100 Höhenmetern täglich. Das hat sich definitiv in den Beinen bemerkbar gemacht.
Die Strecke führte uns entlang der tschechischen Grenze, quer durch den Bayerischen Wald – über Schotterwege, durch Wälder, über Hügel und kleine Dörfer. Jeder Tag war anders: mal sonnig, mal regnerisch, mal technisch anspruchsvoll, mal landschaftlich richtig schön.
Wir haben viele Seiten des Bayerischen Waldes kennengelernt – ruhige Seen, enge Waldwege, weite Ausblicke, kleine Gaststätten mit freundlichem Personal, Campingplätze direkt am Wasser und echt schöne Unterkünfte mit richtig netten Menschen. Es gab fast jeden Tag etwas Neues zu entdecken, und auch wenn es körperlich manchmal hart war, wurde es nie langweilig.
Ein Unfall und viele besondere Momente
Leider ist nicht alles nach Plan verlaufen. Schon ziemlich am Anfang der Tour hat sich unser Klassenkamerad Daniel bei einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen und musste die Tour sofort abbrechen. Das war für uns alle ein Dämpfer – es hat gezeigt, wie schnell so etwas passieren kann. Daniel hat uns danach natürlich gefehlt, und wir wünschen ihm auf jeden Fall weiterhin gute Besserung!
Trotz dieses Vorfalls war die Stimmung in der Gruppe stark. Wir haben uns gegenseitig geholfen, angefeuert, motiviert – besonders an den härteren Anstiegen oder bei Regen, wenn man eigentlich nur ins Bett wollte. Auch unser Werkstattteam hatte gut zu tun, denn auf der Strecke gab es nicht nur geplatzte Reifen.
Ziel in Furth im Wald – Abschluss mit Stil
Am Ende unserer Tour haben wir Furth im Wald erreicht – ein kleiner, schöner Ort mit dem bekannten Drachensee und der Drachenhöhle. Dort in der Nähe, im Ort Lambach, hatten wir zum Abschluss etwas Besonderes geplant: eine Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel „Im bayrischen Hof“. Nach sieben Tagen auf dem Rad und insgesamt acht Tagen unterwegs war das ein echter Kontrast – aber genau der richtige Abschluss, um nochmal runterzukommen, sich auszuruhen und zurückzublicken.
Ein großer Dank an unsere Lehrkräfte
Ohne unsere Lehrkräfte Herr Sixt und Frau Bolg wäre das alles nicht möglich gewesen. Sie haben die Tour organisiert, uns begleitet, alle Probleme gelöst – ob organisatorisch oder unterwegs – und uns jederzeit unterstützt. Egal ob bei Notfällen, Pannen oder Planänderungen: sie haben immer einen kühlen Kopf bewahrt. Dafür sind wir wirklich dankbar.
Fazit – Was wir mitgenommen haben
Diese Woche war anstrengend, keine Frage. Aber sie hat uns viel gegeben: neue Erfahrungen, mehr Selbstvertrauen, Teamgeist, Muskelkater – und vor allem Erinnerungen, die man nicht so schnell vergisst.
Wir sind als Gruppe gewachsen, haben uns gegenseitig motiviert und unterstützt und Dinge geschafft, die viele von uns sich vorher nicht zugetraut hätten. Und auch wenn es Momente gab, in denen wir am liebsten aufgegeben hätten – wir haben durchgezogen. Und das bleibt.
(Luis Kutlu, 11b)
